Quickstart Systemische Rechtsentwicklung

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QuickStart · Systemische Rechtsentwicklung

Art. 20a GG praktisch anwenden – präventiv, ohne Klage, ohne Kampagnenlogik, ohne Eskalationssprache, ohne Rechtsberatung.
Stand:

Start in 60 Sekunden

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Art. 20a GG wird hier nicht „zitiert“, sondern als Prüfmaßstab in ein laufendes Verwaltungsverfahren gebracht. Leise, sachlich, ohne Klage.

Dein Minimal-Output (heute):
1 Satz Funktionsfrage · 3 nummerierte Prüfbitten · 5 Quellen/Anlagen · zuständige Behörde/Verfahren.

Hinweis: KI ist optional. Die Methode funktioniert vollständig analog. Richtig eingesetzt ist KI ein Reflexionsraum. Aber es gilt: Bullshit in → Bullshit out.

Worum es hier wirklich geht:
Art. 20a GG nicht erst vor Gericht zitieren, sondern vorher im Verwaltungsvollzug als Prüfmaßstab sichtbar machen – dort, wo Entscheidungen fallen.

Diese Seite ist ein Einstieg in die Methode der Systemischen Rechtsentwicklung. Sie richtet sich an Menschen, die bereits praktisch, fachlich oder rechtlich arbeiten und verstehen wollen, wie der Schutzauftrag aus Art. 20a GG präventiv in laufende Verwaltungsverfahren eingebracht werden kann. Das hier ist keine Ausbildung, kein Coaching und keine Rechtsberatung: Du nutzt einen Denk- und Arbeitsrahmen zur Selbstanwendung. Diese Seite ist zur Selbstanwendung. Wenn du individuelle Rückmeldung erwartest, ist das hier nicht das passende Format. Wir erbringen keine Rechtsdienstleistungen im Einzelfall, sondern Struktur-, Dokumentations- und Methodenarbeit. Rechtliche Prüfung/Vertretung erfolgt – falls nötig – ausschließlich durch beauftragte Jurist:innen in eigener Verantwortung.

Was diese Methode ist

Systemische Rechtsentwicklung bedeutet:

  • Art. 20a GG nicht erst vor Gericht zu bemühen,
  • sondern vorher im Verwaltungsvollzug wirksam zu machen,
  • nicht als moralische Forderung, sondern als verfassungsrechtlichen Prüfmaßstab.

Kernkombination:
Art. 20a GG (Schutzauftrag für die Mitwelt (natürliche Lebensgrundlagen)) + verwaltungsverfahrensrechtliche Eingabe- und Beteiligungsmöglichkeiten, die Vorgänge aktenfähig machen und Behörden zu nachvollziehbarer Prüfung und Begründung verpflichten. § 13 VwVfG kann dabei – je nach Konstellation – ein verfahrensbezogener Andockpunkt sein.

Ergebnis ist kein Anspruch, sondern Begründungsdruck: Die Verwaltung muss prüfen, dokumentieren und sich rechtlich positionieren.

Rolle des europäischen Umweltrechts (Art. 191 AEUV)

In bestimmten Fällen kann zusätzlich Art. 191 AEUV ergänzend relevant sein – insbesondere über das Vorsorgeprinzip. Er ist ergänzend relevant, wenn irreversible Schäden drohen oder wissenschaftliche Unsicherheiten bestehen.

Merksatz:
Art. 20a GG trägt die Methode. Art. 191 AEUV präzisiert sie – wenn er einschlägig ist.

Stoppschild-Checkliste

Wann du eine systemische Eingabe ausdrücklich nicht machen solltest:

❌ Kein klarer Verwaltungsvorgang

Du hast nur ein politisches Problem, eine Meinung oder einen Skandal – aber kein konkretes Verwaltungsverfahren.

❌ Kein Funktionsbezug

Es geht um „Natur“ im Allgemeinen, aber nicht um konkrete ökologische Funktionen (Wasser, Boden, Kreisläufe).

❌ Du willst etwas erzwingen

Dein Text soll kippen/stoppen/delegitimieren – oder er wird von Wut/Ohnmacht getragen. Dann kippt die Sprache: nicht anschlussfähig, nicht prüffähig.

❌ Du erwartest Betreuung

Du hoffst auf Feedback, Korrektur oder Begleitung. Die gibt es hier nicht.

❌ Du brauchst sofort Wirkung

Die Methode ist langsam, kumulativ, strukturell. Wenn du schnelle Erfolge brauchst: falscher Weg.

Merksatz:
Wenn du nicht bereit bist, den Staat ernst zu nehmen, solltest du ihn nicht an seine Verfassung erinnern.

Was diese Methode ausdrücklich nicht ist

  • keine Klage
  • kein Ersatz für anwaltliche Beratung
  • keine Kampagnenlogik
  • kein Mustertext zum Abschreiben
  • kein Schnellweg zum „Recht haben“

Öffentlicher Hinweis (wenn du dich darauf beziehst):
„Angelehnt an Systemische Rechtsentwicklung (Hans Leo Bader). Inhaltliche Verantwortung: [Name/Organisation].“

QuickCheck · Passt dein Fall überhaupt?

Beantworte diese fünf Fragen ehrlich. Wenn du dreimal mit „Nein“ oder „Unklar“ antwortest: Stopp – erst Schritt 0 (Recherche). Wenn danach immer noch drei „Nein“ bleiben: lass es.

  • 1. Gibt es ein konkretes Verwaltungshandeln oder eine laufende Entscheidung?
  • 2. Sind Wasser, Boden, Klima, Wald, Moore oder ökologische Funktionen betroffen?
  • 3. Drohen irreversible Schäden oder langfristige Funktionsverluste?
  • 4. Wird bislang fragmentiert geprüft (Fachlogiken getrennt)?
  • 5. Kann Art. 20a GG als Funktionsnorm relevant sein – nicht nur als Zitat?

Wichtig: „3× Nein“ heißt nicht automatisch „aufgeben“.

Es heißt: Du bist noch nicht im Eingabe-Modus, sondern im Recherche-Modus. Die Methode startet dann mit Schritt 0: Fakten so klären, dass aus „Nein/Unklar“ ein belastbares „Ja“ oder ein sauberes „Nein“ wird.

Wenn QuickCheck unklar ist: Erst Schritt 0 (Recherche). Bleibt es danach unklar, ob der Fall methodisch trägt: Projektpaket = methodischer Fall-Check (begrenzt, bezahlt, keine Rechtsberatung).

Schritt 0 · Mach aus Nein → Ja (ohne Kampagnenlogik)

  • Verfahren finden: Welche Behörde? Welcher Vorgang? Gibt es Auslegung, Genehmigung, Erlaubnis, Planfeststellung, Aktenzeichen?
  • Unterlagen sichern: Beschlussvorlage, Bescheid, Karten/Pläne, UVP-Unterlagen, Wasserrechtliches, Gutachten – was öffentlich ist.
  • Funktionsfrage in 1 Satz: „Gefährdet X die Funktionsfähigkeit von Y (Wasserhaushalt/Kühlung/Boden/Regeneration)? – wenn ja, wie?“
  • Irreversibilität prüfen: Was lässt sich später nicht mehr reparieren (Wasserverlust, Versiegelung, Moorabbau, Habitatbruch, Hitzeinsel)?
  • Prüflücke benennen: Was wird wahrscheinlich getrennt geprüft (Bau/Artenschutz/Wasser/Hitze) statt systemisch zusammen?

Erst wenn du das hast, lohnt eine systemische Eingabe.

So startest du in 30 Minuten

Wenn dein Fall den QuickCheck bestanden hat, kannst du sofort beginnen. Ziel ist keine perfekte Eingabe, sondern eine prüffähige, sachliche Prüfbitte.

Output nach 30 Minuten (wenn du’s ernst meinst):
(A) 1 Satz Funktionsfrage · (B) 3 nummerierte Prüfbitten · (C) Anlagenliste (5 Quellen) · (D) Zuständigkeit/Verfahren (so konkret wie möglich).
Wenn du das nicht schaffst: Du bist noch im Schritt 0. Das ist okay – aber dann bitte nicht „schreiben“.

1 · Sammeln (ca. 10 Minuten)

  • Zuständige Behörde und – wenn bekannt – zuständiges Referat
  • Projekt, Maßnahme oder Verwaltungsvorgang (konkret benennen)
  • Was aktuell passiert oder geplant ist
  • Welche ökologische Funktion betroffen ist (z. B. Wasserhaushalt, Kühlung, Speicher, Regeneration)
  • 2–5 belastbare Quellen (Planunterlagen, Presse, Karten, Gutachten)

2 · Klären (ca. 10 Minuten)

  • Was könnte irreversibel oder langfristig wirksam sein?
  • Wo wird vermutlich fragmentiert geprüft (Fachlogiken getrennt)?
  • Welche konkrete Prüffrage muss die Behörde beantworten?

3 · Schreiben (ca. 10 Minuten)

  • 1 Seite: Sachverhalt + Funktionsperspektive + Prüfbitten
  • 1 Seite: Anlagenliste mit Quellen
  • Ton: sachlich, nüchtern, verwaltungstauglich

Ziel ist nicht Überzeugung, sondern Prüfbarkeit.
Nicht Druck erzeugen – sondern Verantwortung sichtbar machen.

Wenn du abschickst: 20 Sekunden Rückkanal (hilft allen)

Wenn du eine Eingabe abgesendet hast, schick uns bitte nur diese drei Datenohne Textinhalt, ohne Anlagen, ohne persönliche Details:

  • Betreff (1 Zeile)
  • Behörde (Name reicht)
  • Datum (Versand)

Wir nutzen das, um Resonanzmuster zu dokumentieren: Wer reagiert? Wie schnell? Welche Stellen prüfen? Wo wird aus „Art. 20a“ echte Praxis?

Hinweis: Das ist keine Betreuung. Es ist Dokumentation – damit aus Einzelfällen eine Methode wird.

Optional: Prompts zur Strukturierung

Keine Copy-Paste-Vorlage: Jeder Fall braucht eigene Fakten, eigene Anlagen, eigene Prüffragen. Die Prompts sind nur Strukturhilfen.

Wenn du mit KI arbeitest, können strukturierte Prompts helfen, aus ungeordneten Informationen eine verwaltungsfähige Prüfbitte zu entwickeln. Die Nutzung ist optional. Inhaltliche Verantwortung bleibt immer bei dir.

KI-Leitplanke (bitte nicht überspringen):
KI hilft beim Sortieren. Nicht beim Erfinden.
– Keine neuen Fakten. Keine neuen Quellen. Keine neuen Paragraphen.
– Jede Tatsachenbehauptung muss auf deiner Anlage/Quelle beruhen.
– Unklares bleibt „unklar“ – nicht „schönschreiben“.

Prompt · Fallklärung

Prompt:
Ich möchte eine systemische Prüfbitte formulieren (keine Klage, keine Forderung, keine Rechtsberatung). Nutze ausschließlich die von mir gelieferten Fakten/Quellen. Erfinde nichts.

Fakten: [Ort], [Projekt/Maßnahme], [zuständige Behörde], [Verfahrensstand], [Quellen/Links]

Bitte erstelle:
1) Sachverhalt (max. 120 Wörter, nur prüfbare Fakten)
2) Betroffene ökologische Funktionen (3–5 Bulletpoints)
3) Drei nummerierte Prüfbitten (so, dass die Behörde „ja/nein/so prüfen wir“ antworten kann)
4) Anlagenliste (nur meine Quellen)
5) Offene Punkte / Unklar (max. 5), die ich noch recherchieren muss

Prompt · Funktionsperspektive

Prompt:
Übersetze diesen Fall in eine Funktionsperspektive: Welche ökologischen Funktionen sind betroffen (z. B. Wasserhaushalt, Boden, Kühlung, Speicher, Regeneration)? Formuliere behördentauglich, ohne moralische Sprache. Nutze nur die von mir gelieferten Fakten/Quellen.

Prompt · 1-Seiten-Schreiben

Prompt:
Formuliere daraus ein Schreiben (max. 1 Seite) mit: Betreff, Sachverhalt, Funktionsperspektive, Bezug auf Art. 20a GG und § 13 VwVfG, drei nummerierten Prüfbitten und Anlagenliste.
Ton: sachlich, respektvoll, verwaltungstauglich. Keine Drohungen, keine Eskalationssprache, keine Erfolgsaussagen. Nutze nur meine Fakten und Anlagen.

Hinweis: KI ist kein Bestandteil der Methode und keine Voraussetzung. Die Systemische Rechtsentwicklung funktioniert vollständig analog. Richtig eingesetzt kann KI jedoch ein Reflexionsraum sein: Sie hilft, Gedanken zu ordnen, blinde Flecken sichtbar zu machen und Sprache zu schärfen. Aber es gilt: Bullshit in → Bullshit out. Verantwortung, Auswahl und Bewertung bleiben immer beim Menschen. Diese Prompts ersetzen keine juristische Beratung und keine eigene Verantwortung.

Grundstruktur einer systemischen Eingabe

Keine Vorlage. Nur Struktur.

  1. Sachverhalt: kurz, nüchtern, überprüfbar. Keine Wertungen.
  2. Funktionsperspektive: was gerät systemisch unter Druck (Wasserhaushalt, Kühlung, Speicher, Regeneration)?
  3. Rechtsanker: Art. 20a GG, ggf. Fachrecht; optional Art. 191 AEUV, wenn einschlägig.
  4. Prüfbitte: keine Forderung, sondern Bitte um Prüfung und Dokumentation.
  5. Prävention: warum spätere Korrektur nicht mehr ausreicht.

Wenn du merkst, dass du polemisch wirst: abbrechen. Wirklich.

Typische Fehler (bitte ernst nehmen)

  • Art. 20a GG als Moralkeule benutzen
  • Eskalationssprache statt Verwaltungslogik
  • Einzelwirkungen statt Systemfunktionen
  • Forderungen statt Prüfbitten
  • Überladen mit Material, ohne klare Prüffrage

Wichtig: Die Methode ist offen. Entscheidend ist die Qualität: Ob dein Text verwaltungstauglich ist, ob die Prüffrage sitzt, ob du Funktionslogik statt Empörung triffst.

Nächste Stufe: Qualitätscheck (ohne Coaching)

Wenn du einen Entwurf hast, brauchst du oft kein „Mehr Text“, sondern weniger Angriffsfläche: klare Prüffragen, saubere Anlagenliste, richtige Tonalität, belastbare Funktionsperspektive.

  • QuickCheck+: 1 Entwurf → Struktur & Verwaltungslogik geprüft
  • Redaktion: Sprache, Prüffragen, Anschlussfähigkeit Art. 20a / § 13
  • Projektpaket: wenn Organisationen die Methode wiederholbar nutzen wollen

Keine Kampagnenlogik, kein „Recht haben“. Sondern: prüffähig, dokumentierbar, wirksam.

Warum das hier kostenlos ist – und wo die Grenze liegt

Diese Seite ist frei zugänglich, weil sie asynchron funktioniert. Sie kostet dich Zeit beim Lesen – aber keine Zeit von mir.

Wir können und werden keine Einzelpersonen kostenlos ausbilden. Das ist kein Unwille, sondern eine Ressourcenfrage. Wer die Methode vertiefen, vermitteln oder institutionell anwenden will, muss das über Organisationen, Projekte oder finanzierte Formate tun.

Begleitung gegen Zahlung (optional)

Bezahlte Begleitung ist für Fälle, in denen du Qualitätssicherung, Rollenklärung oder einen methodischen Fall-Check brauchst. Keine Kampagnenlogik, keine Eskalationssprache, keine Prozessvertretung, keine Rechtsberatung – sondern saubere Anschlussfähigkeit und weniger Angriffsfläche.

Mögliche Andockpunkte

  • Workshop-Paket: Einstieg, Fallrahmen, Funktionsperspektive, erste Prüfbitten.
  • Projektpaket: Redaktion, Qualitätssicherung, Resonanzlogik, Dokumentationsstruktur.
  • Auftragspaket: Ausarbeitung kompletter Texte auf Basis deiner Fakten & Quellen (keine Rechtsberatung).

Wichtig: Begleitung ist kapazitätsbegrenzt und erfolgt nur bei realen Verfahren mit tragfähiger Faktenlage. Symbolfälle oder reine Kampagnen gehören nicht dazu.

Nächster Schritt (ohne Betreuung)

  • Lies ein vollständiges Dossier (z. B. Hambach oder Murnauer Moos).
  • Prüfe, ob du die Struktur selbst anwenden kannst.
  • Wenn nicht: Lass es. Das ist kein Scheitern, sondern Professionalität.

Systemische Rechtsentwicklung ist kein Werkzeug, um zu gewinnen.
Sie ist eine Methode, den Staat an seine eigene Funktionsfähigkeit zu erinnern – leise, präzise, verbindlich.