QuickStart
QuickStart · Systemische Rechtsentwicklung
Worum es hier wirklich geht:
Art. 20a GG nicht erst vor Gericht zitieren, sondern vorher im Verwaltungsvollzug
als Prüfmaßstab sichtbar machen – dort, wo Entscheidungen fallen.
Diese Seite ist ein Einstieg in die Methode der Systemischen Rechtsentwicklung. Sie richtet sich an Menschen, die bereits praktisch, fachlich oder rechtlich arbeiten und verstehen wollen, wie der Schutzauftrag aus Art. 20a GG präventiv in laufende Verwaltungsverfahren eingebracht werden kann. Das hier ist keine Ausbildung, kein Coaching und keine Rechtsberatung: Du nutzt einen Denk- und Arbeitsrahmen zur Selbstanwendung. Diese Seite ist zur Selbstanwendung. Wenn du individuelle Rückmeldung erwartest, ist das hier nicht das passende Format. Wir erbringen keine Rechtsdienstleistungen im Einzelfall, sondern Struktur-, Dokumentations- und Methodenarbeit. Rechtliche Prüfung/Vertretung erfolgt – falls nötig – ausschließlich durch beauftragte Jurist:innen in eigener Verantwortung.
Was diese Methode ist
Systemische Rechtsentwicklung bedeutet:
- Art. 20a GG nicht erst vor Gericht zu bemühen,
- sondern vorher im Verwaltungsvollzug wirksam zu machen,
- nicht als moralische Forderung, sondern als verfassungsrechtlichen Prüfmaßstab.
Rolle des europäischen Umweltrechts (Art. 191 AEUV)
In bestimmten Fällen kann zusätzlich Art. 191 AEUV ergänzend relevant sein – insbesondere über das Vorsorgeprinzip. Er ist ergänzend relevant, wenn irreversible Schäden drohen oder wissenschaftliche Unsicherheiten bestehen.
Merksatz:
Art. 20a GG trägt die Methode. Art. 191 AEUV präzisiert sie – wenn er einschlägig ist.
Stoppschild-Checkliste
Wann du eine systemische Eingabe ausdrücklich nicht machen solltest:
Merksatz:
Wenn du nicht bereit bist, den Staat ernst zu nehmen, solltest du ihn nicht an seine Verfassung erinnern.
Was diese Methode ausdrücklich nicht ist
- keine Klage
- kein Ersatz für anwaltliche Beratung
- keine Kampagnenlogik
- kein Mustertext zum Abschreiben
- kein Schnellweg zum „Recht haben“
QuickCheck · Passt dein Fall überhaupt?
Beantworte diese fünf Fragen ehrlich. Wenn du dreimal mit „Nein“ oder „Unklar“ antwortest: Stopp – erst Schritt 0 (Recherche). Wenn danach immer noch drei „Nein“ bleiben: lass es.
- 1. Gibt es ein konkretes Verwaltungshandeln oder eine laufende Entscheidung?
- 2. Sind Wasser, Boden, Klima, Wald, Moore oder ökologische Funktionen betroffen?
- 3. Drohen irreversible Schäden oder langfristige Funktionsverluste?
- 4. Wird bislang fragmentiert geprüft (Fachlogiken getrennt)?
- 5. Kann Art. 20a GG als Funktionsnorm relevant sein – nicht nur als Zitat?
Optional: Prompts zur Strukturierung
Keine Copy-Paste-Vorlage: Jeder Fall braucht eigene Fakten, eigene Anlagen, eigene Prüffragen. Die Prompts sind nur Strukturhilfen.
Wenn du mit KI arbeitest, können strukturierte Prompts helfen, aus ungeordneten Informationen eine verwaltungsfähige Prüfbitte zu entwickeln. Die Nutzung ist optional. Inhaltliche Verantwortung bleibt immer bei dir.
Prompt · Fallklärung
Prompt:
Ich möchte eine systemische Prüfbitte formulieren (keine Klage, keine Forderung, keine Rechtsberatung).
Nutze ausschließlich die von mir gelieferten Fakten/Quellen. Erfinde nichts.
Fakten: [Ort], [Projekt/Maßnahme], [zuständige Behörde], [Verfahrensstand], [Quellen/Links]
Bitte erstelle:
1) Sachverhalt (max. 120 Wörter, nur prüfbare Fakten)
2) Betroffene ökologische Funktionen (3–5 Bulletpoints)
3) Drei nummerierte Prüfbitten (so, dass die Behörde „ja/nein/so prüfen wir“ antworten kann)
4) Anlagenliste (nur meine Quellen)
5) Offene Punkte / Unklar (max. 5), die ich noch recherchieren muss
Prompt · Funktionsperspektive
Prompt:
Übersetze diesen Fall in eine Funktionsperspektive:
Welche ökologischen Funktionen sind betroffen (z. B. Wasserhaushalt, Boden, Kühlung, Speicher, Regeneration)?
Formuliere behördentauglich, ohne moralische Sprache.
Nutze nur die von mir gelieferten Fakten/Quellen.
Prompt · 1-Seiten-Schreiben
Prompt:
Formuliere daraus ein Schreiben (max. 1 Seite) mit:
Betreff, Sachverhalt, Funktionsperspektive, Bezug auf Art. 20a GG und § 13 VwVfG,
drei nummerierten Prüfbitten und Anlagenliste.
Ton: sachlich, respektvoll, verwaltungstauglich. Keine Drohungen, keine Eskalationssprache,
keine Erfolgsaussagen. Nutze nur meine Fakten und Anlagen.
Hinweis: KI ist kein Bestandteil der Methode und keine Voraussetzung. Die Systemische Rechtsentwicklung funktioniert vollständig analog. Richtig eingesetzt kann KI jedoch ein Reflexionsraum sein: Sie hilft, Gedanken zu ordnen, blinde Flecken sichtbar zu machen und Sprache zu schärfen. Aber es gilt: Bullshit in → Bullshit out. Verantwortung, Auswahl und Bewertung bleiben immer beim Menschen. Diese Prompts ersetzen keine juristische Beratung und keine eigene Verantwortung.
Grundstruktur einer systemischen Eingabe
Keine Vorlage. Nur Struktur.
- Sachverhalt: kurz, nüchtern, überprüfbar. Keine Wertungen.
- Funktionsperspektive: was gerät systemisch unter Druck (Wasserhaushalt, Kühlung, Speicher, Regeneration)?
- Rechtsanker: Art. 20a GG, ggf. Fachrecht; optional Art. 191 AEUV, wenn einschlägig.
- Prüfbitte: keine Forderung, sondern Bitte um Prüfung und Dokumentation.
- Prävention: warum spätere Korrektur nicht mehr ausreicht.
Typische Fehler (bitte ernst nehmen)
- Art. 20a GG als Moralkeule benutzen
- Eskalationssprache statt Verwaltungslogik
- Einzelwirkungen statt Systemfunktionen
- Forderungen statt Prüfbitten
- Überladen mit Material, ohne klare Prüffrage
Wichtig: Die Methode ist offen. Entscheidend ist die Qualität: Ob dein Text verwaltungstauglich ist, ob die Prüffrage sitzt, ob du Funktionslogik statt Empörung triffst.
Warum das hier kostenlos ist – und wo die Grenze liegt
Diese Seite ist frei zugänglich, weil sie asynchron funktioniert. Sie kostet dich Zeit beim Lesen – aber keine Zeit von mir.
Wir können und werden keine Einzelpersonen kostenlos ausbilden. Das ist kein Unwille, sondern eine Ressourcenfrage. Wer die Methode vertiefen, vermitteln oder institutionell anwenden will, muss das über Organisationen, Projekte oder finanzierte Formate tun.
Begleitung gegen Zahlung (optional)
Nächster Schritt (ohne Betreuung)
- Lies ein vollständiges Dossier (z. B. Hambach oder Murnauer Moos).
- Prüfe, ob du die Struktur selbst anwenden kannst.
- Wenn nicht: Lass es. Das ist kein Scheitern, sondern Professionalität.
Systemische Rechtsentwicklung ist kein Werkzeug, um zu gewinnen.
Sie ist eine Methode, den Staat an seine eigene Funktionsfähigkeit zu erinnern – leise, präzise, verbindlich.